Besuch der Gedenkstätte in Dachau

Vielleicht erinnert ihr euch....

Ende September erhielten wir (die AWO Neusäß) folgende Einladung von unserer Kreisvorsitzenden, Dr. Simone Strohmayr:

 


Betreff: Führung mit Josef Pröll in Dachau am 19.10.2025 

Liebe AWO-Freunde,
 
angehängt schicke ich Euch die Einladung zu einem ernsten, aber wichtigen Thema. Ich freue  mich, dass Josef Pröll sich bereit erklärt hat, diese Führung für Interessierte anzubieten.
Viele von euch kennen Josef Pröll. Er ist Filmemacher, Historiker und Gedenkstättenreferent aus Augsburg, dessen Schwerpunkte die Aufarbeitung der NS-Verbrechen und die Erinnerungsarbeit sind. Er ist u.a. Regisseur des Dokumentarfilms „Die Stille schreit“ (unter Mitarbeit von Miriam Friedmann M.A.) und arbeitet als Referent für die KZ-Gedenkstätte Dachau, um die Erfahrungen von Verfolgten und Widerstandskämpfern zu dokumentieren und an zukünftige Generationen weiterzugeben.
Da die Teilnehmendenzahl begrenzt ist, ist eine Anmeldung nötig.

Eure Simone


Der Kreis der Interessierten aus unserem Ortsverein hat sich auf Anregung unseres Vorsitzenden zu Fahrgemeinschaften zusammen getan und wir sind am Sonntag Vormittag nach Dachau gefahren.  

Das Wetter war kalt, aber sonnig - Gedanken und Gemüt waren eher düster. 

Die zweieinhalbstündige Führung von Josef Pröll war hervorragend und ist wie im Flug vergangen. Mit seinem ausgezeichneten Fachwissen und seiner aufgeschlossenen und freundlichen Art hat er versucht Einblicke in das Unfassbare zu geben. 

Für alle, die nicht dabei sein konnten, habe ich im Anschluß den erläuternden Text der Gedenkstätte zum Aufbau der Dauerausstellung beigefügt. Oder ihr klickt euch gleich zur Webseite der Gedenkstätte.

Luftaufnahme des Gländes der KZ Gedenkstätte Dachau

Hauptausstellung im ehemaligen Wirtschaftsgebäude

Im Zentrum der Hauptausstellung steht das Schicksal der Häftlinge. Das Leitmotiv ist der „Weg der Häftlinge“: die Ankunft im KZ, das Leben im Lager, der Weg in den Tod oder in die Befreiung. Vermittelt wird dies durch Berichte und Zeichnungen der Häftlinge, durch Biographien, aber auch durch die historischen Orte selbst.

Als Gestaltungselemente in der Ausstellung innerhalb des Gebäudes gibt es Fahnen (mit biographischen Informationen zu den Gefangenen sowie Informationen zu Häftlingsgruppen) und Tafeln (zur Erläuterung des historischen Hintergrunds). Seit mehreren Jahren wird die Ausstellung mit Objekten, Video- und Medienstationen ergänzt.

Die Ausstellung ist in sechs Abschnitte eingeteilt, die sich in 13 Räumen bzw. Abteilungen befinden.

Foto aus dem Austellungsbereich der KZ Gedenkstätte Dachau

Gliederung der Ausstellung

Die Abteilungen 1 und 2 erläutern das nationalsozialistische Lagersystem und den Weg in die NS-Diktatur. Die Geschichte des Konzentrationslagers Dachau von 1933 bis 1945 wird in drei Kapiteln erzählt. Die Vorgabe zu dieser Einteilung lieferte der tschechische Historiker und KZ-Überlebende Stanislav Zámečník in seiner Darstellung „Das war Dachau“. Darin beschreibt er drei Phasen der Entwicklung des Konzentrationslagers Dachau als Terrorinstrument der SS.

Die erste Phase (Abteilungen 3 bis 6) erstreckt sich von 1933 bis 1939, als das Konzentrationslager Instrument des Terrors zur Ausschaltung der politischen Opposition und zur Verfolgung sogenannter „Gemeinschaftsfremder“ war. Die Konzentrationslager trugen damit entscheidend zu Machtsicherung und Machtausbau der Nationalsozialisten sowie auch zur Kriegsvorbereitung bei.

Die zweite Phase (Abteilung 7) ist die Zeit der militärischen Erfolge Deutschlands zwischen 1939 und 1941, als die Konzentrationslager zum Werkzeug der Kriegspolitik wurden: Häftlingsarbeit wurde zum Instrument der Vernichtung, nicht mehr „arbeitsfähige“ Häftlinge wurden in Tötungsanstalten umgebracht, und die Lager entwickelten sich zu Mordstätten, in denen Angehörige der Intelligenz aus den von den Deutschen besetzten Gebieten sowie sowjetische Kriegsgefangene hingerichtet wurden.

Die dritte Phase (Abteilungen 8 bis 12) zwischen 1942 und 1945 trägt die Überschrift „Einsatz der Häftlinge in der Rüstungsindustrie“. Die Ausstellung dokumentiert die letzten Jahre des Konzentrationslagers Dachau als Zentrum eines Netzes von Außenlagern in Süddeutschland und Österreich. Am Ende steht die Befreiung.

Der letzte Ausstellungsbereich (Abteilung 13) dokumentiert die Nachkriegsgeschichte und die Geschichte der KZ-Gedenkstätte.

Skulptur

Quelle: Bilder und Texte sind von der Webseite der KZ Gedenkstätte Dachau

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